Musterlösungen und Qualitätsstandards

Mit den Qualitätsstandards und Musterlösungen werden Planerinnen und Planer dabei unterstützt, eine attraktive Infrastruktur für den Radverkehr in Hessen zu schaffen. Sie beschreiben die Einsatzbedingungen und Qualitätsanforderungen unterschiedlicher Elemente in Radschnellverbindungen, Raddirektverbindungen und Radverbindungen.

Die drei Ausbaustufen im Radverkehrsnetz

Im hessischen Radnetz sind folgende Ausbaustufen definiert:

  • Radschnellverbindungen
  • Raddirektverbindungen
  • Radverbindungen einschließlich der Hessischen Radfernwege
Tabelle zu Qualitätsstandards und Musterlösungen
Die drei Ausbaustufen im Radverkehrsnetz im Überblick

Radschnellverbindungen und Raddirektverbindungen sind eine Ergänzung des Radnetzes und bieten sich für Verbindungen mit einem hohen Potenzial an Pendelnden (mehr als 1.500 bzw. mehr als 2.000 Radfahrende am Tag) an. Sie richten sich insbesondere an Pendelnde, die Alltagswege mit dem Fahrrad zurücklegen und deshalb vor allem schnell vorankommen wollen.

Die Ausbaustufen finden Sie kompakt in einem Flyer dargestellt, den Sie hier herunterladen können.

Kriterien für Schnellverbindungen

Um eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 20 km/h zu erreichen, sollen solche Verbindungen direkt und steigungsarm geführt werden. Zahl und Dauer von Halten soll so gering wie möglich gehalten werden. Darüber hinaus sollen sie eine hohe Oberflächenqualität aufweisen. Die Breiten sollen das Nebeneinanderfahren und Überholen sowie das störungsfreie Begegnen ermöglichen. Dies bedeutet unter anderem, dass Radschnellverbindungen im Zweirichtungsverkehr mit einer Breite von 4 m und im Einrichtungsverkehr mit einer Breite von 3 m ausgeführt werden. Auf Raddirektverbindungen werden 3 m im Zweirichtungsverkehr und 2 m im Einrichtungsverkehr angewendet.

Radschnell- und Raddirektverbindungen können ebenso wie die übrigen Radverbindungen selbstständig, straßenbegleitend oder auf Nebenstraßen geführt werden. Für zu Fuß Gehende wird in der Regel ein eigener Gehweg vorgesehen.

Musterlösungen

Mit den Musterlösungen führt das Land Hessen standardisierte Lösungen für typische Knotenpunktformen im Zuge von Radschnell-, Raddirekt- und Radverbindungen ein. Die Empfehlungen unterstützen Planerinnen und Planer sowie die Straßenverkehrsbehörden vor Ort und sollen im Sinne einer einfachen Verständlichkeit und Akzeptanz durch alle Verkehrsteilnehmenden in Hessen einheitlich angewendet werden.

Jede Musterlösung enthält eine Prinzipskizze sowie Hinweise zu Einsatz und zu weiterführenden Regelwerken. Die Musterlösungen für Radschnellverbindung oder Raddirektverbindung orientieren sich daran, eine Fahrgeschwindigkeit von 30 km/h zu ermöglichen und die Halte durch Bevorrechtigung oder bauliche Trennung so gering und kurz wie möglich zu halten.